Mai 21, 2012

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AIDS

In meiner Arbeit

„Solidarität mit Waisen“ widmet sich der Unterstützung von AIDS-Waisen oder sogenannten „Most Vulnerable Children“. Dies sind Kinder, die aufgrund ihrer Familienverhältnisse oder finanzieller Knappheit ohne unsere Hilfe keine Zukunftschancen hätten.

Die von uns in ihrer Arbeit unterstützten Schwestern helfen AIDS-Waisen auf ganz verschiedene Arten.
Der enge Kontakt zu der Dorfbevölkerung und Dorfältesten ermöglicht es den Schwestern, die betroffenen Kinder schon in frühen Jahren zu erkennen und zu unterstützen.
Die Schwestern bezahlen diesen Kindern dann die Schulgebühren der weiterführenden Schule oder nehmen sie in einer ihrer Ausbildungsbetriebe (Schreinerei/Schneiderei) auf.

Die Kinder leben nach dem Tod ihrer Eltern meistens bei den Großeltern oder Tanten, der sogenannten „extended Family“.
Das führt jedoch häufig zu Problemen, da die neuen Pflegeeltern häufig nicht genügend Geld haben, sich gebührend um das neue Kind zu kümmern. So werden nicht wenige von ihrem zweiten Zuhause wieder verjagt.
In solchen Fällen nehmen die Schwestern die Kinder sogar in ihrem Konvent auf: Sie leben mit anderen Kindern zusammen und helfen als Gegenleistun entweder in der Küche oder in der Bewirtschaftung der Felder mit.

Umgang in der Bevölkerung

Die Akzeptanz von AIDS-Infizierten hat sich dank besserer Aufklärung stetig gebessert.
Noch vor 10 Jahren war der HIV-Virus Gegenstand von Aberglauben und man befürchtete, dass sich der Virus durch bloßen Körperkontakt überträgt.
Die betroffenen Menschen wurden stigmatisiert und von den eigenen Familien ausgestoßen und versteckt.

Dennoch habe ich während des Memory-Book Seminares persönlich miterlebt, wie schwierig es für die Menschen ist, mit der Krankheit umzugehen. Nicht selten wird dieses Thema einfach totgeschwiegen.
Es ging um die Frage, ob die Eltern ihre Kinder beim Verfassen des Memory-Books mit einbeziehen. Die meisten Eltern haben jedoch weder ihren Kindern noch anderen Familienangehörigen oder Freunden etwas über ihre Krankheit erzählt.
Zum einen schämen sie sich dafür, infiziert zu sein und zum anderen wissen viele nicht, wie sie ihren eigenen Kindern beibringen sollen, dass sie in absehbarer Zeit sterben werden.
Genau an dieser Stelle greift das Memory Book ein: Es soll den Eltern als Hilfestellung dienen, ihre Krankheit selber aufzuarbeiten und mit den Kindern offen darüber sprechen zu können.

Medikamente

Die kostenlose Bereitstellung von lebensverlängernden Medikamenten, sog. ARV`s ist ein großer Schritt in der AIDS-Bekämpfung, welche die Lebenserwartung auf bis zu 20 Jahre erweitern.
Dennoch gibt es noch viele Gebiete in Tansania, in denen die Bereitstellung von ARV`s nicht funktioniert.
Die Gründe liegen einerseits in der schlechten Infrastruktur und der in rückständigen Gebieten verbreiteten Aberglaube.

Neues vom Memory-Book: Follow-Up Seminar

Vor 2 Monaten wurde das das erste Memory-Book Seminar von den Schwestern durchgeführt.
Nun fand diesen Dienstag mit 12 Teilnehmern das darauf aufbauenden Nachbereitungsseminar statt, in welchem die Eltern über erste Erfahrungen mit der Umsetzung des neuen Projektes berichteten.

Die Rückmeldungen haben alle Überwartungen übertroffen.
Von den 12 Teilnehmern hat jeder bereits angefangen, sein Memory-Book zu schreiben.
Die Eltern waren von der Idee zudem so begeistert, dass sie es ihren Freunden in zu Hause davon erzählt haben. Von den Teilnehmern waren auch einige Dorfvertreter dabei, die auf ihren Meetings die Idee vom Memory-Book weitereicht haben.

Damit die Kinder mit den Inhalt des Memory-Books besser verstehen, werden die Eltern dazu angehalten, das Buch mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zu beginnen.
Diese allgemeinen Informationen niederzuschreiben, hat für die Eltern kein Problem dargestellt sondern im Gegenteil zur Reflexion über da eigene Leben angeregt.
Als es jedoch darum ging, wer sich nach dem eigenen Tod um die Kinder kümmert, wurde es für die Eltern emotional sehr schwierig.
Sie waren unfähig, die passenden Worte zu formulieren und haben an diesem Punkt innegehalten.
So gaben die Schwestern den Rat, bis nächsten Mittwoch einen Exempel-Text zu formulieren, indem nicht die richtigen Namen der Kinder verwendet werden.
Im besten Falle werden die Eltern dies dann nächste Woche untereinander teilen können und somit durch das Gruppengefühl an Kraft und Sicherheit gewinnen.

Besuch der staatlichen Schule Kabugaro

Kabugaro

Typ: Staatlich
Lehrer: 7
Gehalt der Lehrer pro Monat: 150€
Schüler: 350, davon Unterstützt durch „Solidarität mit Waisen“: 10
Klassenzimmer: 7
Schülerdichte pro Klassenzimmer: 60-90

Unterrichtete Fächer:
-Physik
-Chemie
-Biologie
-Geographie
-Geschichte
-Swahili
-Sozialkunde
-Englisch

Anfallende Kosten des Schulbesuches für 1 Jahr
Die Kosten setzten sich zusammen aus:
-Einmalig zu zahlende Schulgebühr von 10€
-Zusatzbeiträge für:
-Essen
-Schulmaterial: Bücher, Stifte, Lineale, Rechner…
-Baukosten für die Erweiterung der Schule
-Wachmann für die Nacht
-Schuluniform
-Schulausweis
-Bäumepflanzen

–>Der Gesamtpreis beläuft sich somit auf über 100€

Gebäude in Planung:
-Verwaltungsblog
-Laboratorium
-Weitere Klassenzimmer
-Speisesaal
-Bibliothek

Die Schule ist liegt sehr schön mitten in einem grünen Tal. Bukoba, die nächstgrößte Stadt, ist 3km entfernt gelegen und nur über die typisch afrikanische Schotterpiste zu erreichen.
Der Name „öffentliche Schule“ bedeutet in Tansania lediglich, dass der Staat die Lehrer bezahlt.
Als im Jahr 2010 entschieden wurde, dass diese erbaut werden soll, ging die Polizei in die Dörfer, um von den Eltern Geld für die Erbauung der Schule einzutreiben. Selbst wenn jene nicht einmal Kinder haben, die auf die Schule gehen würden.
Wer das geforderte nicht beisteuern kann, wird vor Gericht gebracht und muss sogar eine Gefängnisstrafe befürchten.

April 30, 2012

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Frauenbild in Tansania

Die Rolle der Frau in der Gesellschaft ist in Tansania noch sehr konservativ geprägt. Grundsätzlich hat der Mann in einer Beziehung mehr Rechte und ist höher gestellt. Die Frau kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Nachdem viele Familien meistens noch ein Stück Land zur Bewirtschaftung besitzen, fällt auch diese Aufgabe der Frau zu.
Denn der Mann versucht sein Glück häufig in der Stadt und arbeitet beispielsweise als Taxi-Fahrer, verkauft Zeitungen oder Getränke und versucht somit zu den meist spärlichen Erträgen aus Viehzucht und Landwirtschaft beizutragen.

Die Bildungschancen

In Tansania ist der Besuch der Grundschule kostenlos, auch wenn der Unterricht in staatlichen Schulen zumeist unter katastrophalen Bedingungen stattfindet – unterbezahlte Lehrkräfte, schlechtes Schulmaterial und teilweise Klassenzimmer mit über 50 Kindern. Der Besuch der weiterführenden Schule (Secondary-School) muss zudem von den Familien selber getragen werden. Sehr viele Familien versuchen ausreichend Geld aufzutreiben, um ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken, die wesentlich höhere Schulgebühren verlangt aber qualitativ deutlich besser ist als die staatliche. Doch das schafft leider nur ein Bruchteil der Bevölkerung. Besonders auf dem Land wird bei dieser Entscheidung zudem der Sohn der Tochter vorgezogen, da die Mädchen häufig im Haushalt und auf dem Feld helfen müssen.

Dabei zeigen zahlreiche Studien: Der Besuch einer weiteführenden Schule stärkt das Selbstbewusstsein der Frau und schützt somit gegen eine zu frühe Verheiratung und trägt dazu bei, dass Frauen seltener erkranken.

Gewalt gegen Frauen

Alkoholsucht ist in Afrika ein großes Problem. Betroffen sind besonders Männer, die unter starker Arbeitslosigkeit leiden oder nur extrem schlecht bezahlt werden.
Der Alkohol ist hier selbst für Afrikaner sehr günstig zu erhalten-häufig wird er auf dem eigenen Feld mit vergorenen Banen hergestellt.

Die Frustration des Mannes wird dann nicht selten an der Frau ausgelassen.
Häufig wird sie geschlagen und hat dann meistens nicht die finanziellen Mittel, sich im Krankenhaus behandeln zu lassen.
Nachdem die Frau dem Mann aber untergestellt ist, wird die Misshandlung meistens verschwiegen und tritt nicht an die Öffentlichkeit.

Trunkenheit und Frustration sind auch zu den Hauptfaktoren für zahlreiche  Vergewaltigungen.
Der Mann versucht dadurch für kurze Zeit ein Stück seiner Macht und Männlichkeit zurückzuholen-um endlich bestimmen zu können, wo es lang geht.
Im schlimmsten Fall wird das Opfer mit AIDS infiziert. Viele Frauen und Männer schämen sich zu sehr oder haben zu große Angst vor dem Resultat um einen Arzt aufzusuchen und sich einem Test unterziehen zu lassen.
Somit können die Folgen einer Vergewaltigung über die Tat alleine hinausreichen.

Hiermit geht der Teufelskreis der AIDS-Übertragung weiter:
Falls sich entweder Täter oder Opfer ohne es zu wissen infiziert hat, wird er die Krankheit an seinen Partner zu Hause weitergeben.

Die Schwestern

Nonne zu sein bedeutet im Kontext von Gewalt und Bildungschancen ein großes Maß an Sicherheit.
Die jungen Mädchen werden im Alter von ca. 16 Jahren in den Schwestern-Orden aufgenommen und unterziehen sich zunächst einer intensiven Ausbildung in Religion und Bibel.
Wen sich die Novizen in ihrem Glauben und Engagement an den Orden bewiesen haben, können sie nach 4 Jahren zu einer richtigen Schwester werden.

Neben der religiösen Ausbildung ist Englisch heutzutage Pflichtunterricht in der Ausbildung und einigen Schwestern wird sogar ein Studium in den USA oder in Europa finanziert.

Obwohl in Bukoba einige Muslime leben und es sogar eine Moschee gibt, dominiert mit Abstand der christliche Glaube in der Bevölkerung.
Die Schwestern genießen somit aufgrund ihrer Bildung und Hingabe an Gott einen großen Respekt bei den Menschen.

Politische Ebene

Auf politischer Ebene kämpfen die Frauen seit 1962 in der Frauenrechtsorganisation UWT (Vereinigte Frauen Tansanias) für ihre Gleichberechtigung. Die UWT wurde 1962 als Teil der sozialistischen Regierungspartei von Julius Nyerere gegründet und findet steten Zuwachs.

Personalwechsel in Nyaigando

Sr. Drosta

Sr. Drosta leitete3 Jahre den St. Maria Goreht Orden in Nyaigando. Sie war die Projektkoordinatorin unserer Projekte, Englisch-und Religionslehrerin und für das Bauwesen zuständig. Sie wird ab kommenden Monat in ein anderes Konvent umziehen und weiter als Lehrerin in Kashozi arbeiten.

Sr. Rodia

Sr. Rodia ist seit 1995 für die Finanzen des Schwesterordens zuständig und hat für die Schneiderei und Schreinerei Waisen Theologie und Ethik unterrichtet. Sie wird nun nach Mwanza gehen um dort an der „Nyakahoja“ Grundschule als Lehrerin und Finanzverwalter zu arbeiten.