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In meiner Arbeit
„Solidarität mit Waisen“ widmet sich der Unterstützung von AIDS-Waisen oder sogenannten „Most Vulnerable Children“. Dies sind Kinder, die aufgrund ihrer Familienverhältnisse oder finanzieller Knappheit ohne unsere Hilfe keine Zukunftschancen hätten.
Die von uns in ihrer Arbeit unterstützten Schwestern helfen AIDS-Waisen auf ganz verschiedene Arten.
Der enge Kontakt zu der Dorfbevölkerung und Dorfältesten ermöglicht es den Schwestern, die betroffenen Kinder schon in frühen Jahren zu erkennen und zu unterstützen.
Die Schwestern bezahlen diesen Kindern dann die Schulgebühren der weiterführenden Schule oder nehmen sie in einer ihrer Ausbildungsbetriebe (Schreinerei/Schneiderei) auf.
Die Kinder leben nach dem Tod ihrer Eltern meistens bei den Großeltern oder Tanten, der sogenannten „extended Family“.
Das führt jedoch häufig zu Problemen, da die neuen Pflegeeltern häufig nicht genügend Geld haben, sich gebührend um das neue Kind zu kümmern. So werden nicht wenige von ihrem zweiten Zuhause wieder verjagt.
In solchen Fällen nehmen die Schwestern die Kinder sogar in ihrem Konvent auf: Sie leben mit anderen Kindern zusammen und helfen als Gegenleistun entweder in der Küche oder in der Bewirtschaftung der Felder mit.
Umgang in der Bevölkerung
Die Akzeptanz von AIDS-Infizierten hat sich dank besserer Aufklärung stetig gebessert.
Noch vor 10 Jahren war der HIV-Virus Gegenstand von Aberglauben und man befürchtete, dass sich der Virus durch bloßen Körperkontakt überträgt.
Die betroffenen Menschen wurden stigmatisiert und von den eigenen Familien ausgestoßen und versteckt.
Dennoch habe ich während des Memory-Book Seminares persönlich miterlebt, wie schwierig es für die Menschen ist, mit der Krankheit umzugehen. Nicht selten wird dieses Thema einfach totgeschwiegen.
Es ging um die Frage, ob die Eltern ihre Kinder beim Verfassen des Memory-Books mit einbeziehen. Die meisten Eltern haben jedoch weder ihren Kindern noch anderen Familienangehörigen oder Freunden etwas über ihre Krankheit erzählt.
Zum einen schämen sie sich dafür, infiziert zu sein und zum anderen wissen viele nicht, wie sie ihren eigenen Kindern beibringen sollen, dass sie in absehbarer Zeit sterben werden.
Genau an dieser Stelle greift das Memory Book ein: Es soll den Eltern als Hilfestellung dienen, ihre Krankheit selber aufzuarbeiten und mit den Kindern offen darüber sprechen zu können.
Medikamente
Die kostenlose Bereitstellung von lebensverlängernden Medikamenten, sog. ARV`s ist ein großer Schritt in der AIDS-Bekämpfung, welche die Lebenserwartung auf bis zu 20 Jahre erweitern.
Dennoch gibt es noch viele Gebiete in Tansania, in denen die Bereitstellung von ARV`s nicht funktioniert.
Die Gründe liegen einerseits in der schlechten Infrastruktur und der in rückständigen Gebieten verbreiteten Aberglaube.
Neues vom Memory-Book: Follow-Up Seminar
Vor 2 Monaten wurde das das erste Memory-Book Seminar von den Schwestern durchgeführt.
Nun fand diesen Dienstag mit 12 Teilnehmern das darauf aufbauenden Nachbereitungsseminar statt, in welchem die Eltern über erste Erfahrungen mit der Umsetzung des neuen Projektes berichteten.
Die Rückmeldungen haben alle Überwartungen übertroffen.
Von den 12 Teilnehmern hat jeder bereits angefangen, sein Memory-Book zu schreiben.
Die Eltern waren von der Idee zudem so begeistert, dass sie es ihren Freunden in zu Hause davon erzählt haben. Von den Teilnehmern waren auch einige Dorfvertreter dabei, die auf ihren Meetings die Idee vom Memory-Book weitereicht haben.
Damit die Kinder mit den Inhalt des Memory-Books besser verstehen, werden die Eltern dazu angehalten, das Buch mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zu beginnen.
Diese allgemeinen Informationen niederzuschreiben, hat für die Eltern kein Problem dargestellt sondern im Gegenteil zur Reflexion über da eigene Leben angeregt.
Als es jedoch darum ging, wer sich nach dem eigenen Tod um die Kinder kümmert, wurde es für die Eltern emotional sehr schwierig.
Sie waren unfähig, die passenden Worte zu formulieren und haben an diesem Punkt innegehalten.
So gaben die Schwestern den Rat, bis nächsten Mittwoch einen Exempel-Text zu formulieren, indem nicht die richtigen Namen der Kinder verwendet werden.
Im besten Falle werden die Eltern dies dann nächste Woche untereinander teilen können und somit durch das Gruppengefühl an Kraft und Sicherheit gewinnen.
Besuch der staatlichen Schule Kabugaro
Kabugaro
Typ: Staatlich
Lehrer: 7
Gehalt der Lehrer pro Monat: 150€
Schüler: 350, davon Unterstützt durch „Solidarität mit Waisen“: 10
Klassenzimmer: 7
Schülerdichte pro Klassenzimmer: 60-90
Unterrichtete Fächer:
-Physik
-Chemie
-Biologie
-Geographie
-Geschichte
-Swahili
-Sozialkunde
-Englisch
Anfallende Kosten des Schulbesuches für 1 Jahr
Die Kosten setzten sich zusammen aus:
-Einmalig zu zahlende Schulgebühr von 10€
-Zusatzbeiträge für:
-Essen
-Schulmaterial: Bücher, Stifte, Lineale, Rechner…
-Baukosten für die Erweiterung der Schule
-Wachmann für die Nacht
-Schuluniform
-Schulausweis
-Bäumepflanzen
–>Der Gesamtpreis beläuft sich somit auf über 100€
Gebäude in Planung:
-Verwaltungsblog
-Laboratorium
-Weitere Klassenzimmer
-Speisesaal
-Bibliothek
Die Schule ist liegt sehr schön mitten in einem grünen Tal. Bukoba, die nächstgrößte Stadt, ist 3km entfernt gelegen und nur über die typisch afrikanische Schotterpiste zu erreichen.
Der Name „öffentliche Schule“ bedeutet in Tansania lediglich, dass der Staat die Lehrer bezahlt.
Als im Jahr 2010 entschieden wurde, dass diese erbaut werden soll, ging die Polizei in die Dörfer, um von den Eltern Geld für die Erbauung der Schule einzutreiben. Selbst wenn jene nicht einmal Kinder haben, die auf die Schule gehen würden.
Wer das geforderte nicht beisteuern kann, wird vor Gericht gebracht und muss sogar eine Gefängnisstrafe befürchten.